Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Rheinland-Pfalz

ASP und Jagdpacht

Über das Tierseucheninformationssystem ( TSIS) können sich alle Bürgern (Jäger, Landwirte usw.)  zu den ASP Restriktionszonen informieren.

Tierseucheninformationssystem des Friedrich-Löffler Institut: https://tsis.fli.de/

Vermutlich erste Fälle von Schweinepest in Rheinland-Pfalz

08.07.2024

Die Afrikanische Schweinepest hat jetzt wohl auch Rheinland-Pfalz erreicht. Ganz sicher ist das aber noch nicht.

Gimbsheim/Mainz (dpa/lrs) – Die Afrikanische Schweinepest hat ersten Erkenntnissen zufolge jetzt auch Rheinland-Pfalz erreicht. Zwei auffällige Wildschweine seien in Gimbsheim im Kreis Alzey-Worms am Samstag gefunden worden, teilte das Umweltministerium in Mainz gemeinsam mit der Kreisverwaltung mit. Bei einer ersten Untersuchung der Proben im Landesuntersuchungsamt sei das Virus der Afrikanischen Schweinepest festgestellt worden.

Die Proben wurden zur Bestätigung an das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest des Friedrich-Loeffler-Instituts geschickt.
Mit einem Ergebnis sei frühestens am Dienstag zu rechnen. Eines der Tiere sei bereits tot gewesen und das andere im Sterben begriffen.

Suche nach möglichen weiteren Kadavern

Die zuständige Kreisverwaltung Alzey-Worms hat die Ermittlungen zu den tot aufgefundenen Wildschweinen aufgenommen und eine Expertenfachgruppe auf Kreisebene einberufen. Die Wildschweine wurden unschädlich beseitigt. Die Kreisverwaltung will am Dienstag über das weitere Vorgehen entscheiden. Derzeit werde mit ausgebildeten Suchhunden und Drohnen mit Wärmebildkameras in der voraussichtlich infizierten Zone nach weiteren Kadavern gesucht, hieß es beim Ministerium.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen mit hoher Sterblichkeit. Überträger sind erkrankte Schweine, aber auch virushaltige Tierkadaver sowie
Schlacht- und Speiseabfälle. Die klinischen Anzeichen sind unspezifisch. Hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemwegs- und Magen-Darm-Probleme sowie Hautverfärbungen, aber auch plötzliche Todesfälle gehören dazu. Die klinischen Symptome lassen sich nicht von denen der Klassischen Schweinepest unterscheiden. Impfstoffe existieren derzeit nicht. Eine Gefahr der Übertragung auf den Menschen und andere Tierarten besteht jedoch nicht.

Hausschwein in Hessen infiziert – Überwachungszone bis Rheinland-Pfalz

Im benachbarten Hessen ist die Afrikanische Schweinepest bereits bei einem Hausschwein nachgewiesen worden. Ein Betrieb mit neun Schweinen bei Biebesheim am Rhein (Kreis Groß-Gerau) ist betroffen, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Die Tiere seien unter tierärztlicher Aufsicht getötet worden.

Rund um den Betrieb werde eine sogenannte Schutzzone in einem Radius von drei Kilometern sowie eine Überwachungszone (zehn Kilometer) eingerichtet – sie reicht bis nach Rheinland-Pfalz. In der Überwachungszone gelten starke Einschränkungen für den Handel mit Schweinen und Produkten aus Schweinefleisch sowie die Schlachtung.
Der Handel mit lebenden Tieren wird grundsätzlich verboten. Auch Gülle, Mist und benutzte Einstreu dürften nicht aus der Zone verbracht werden. Schlachtprodukte dürfen nur noch in Deutschland vermarktet oder müssen für den Export erhitzt werden (Dosenware). In der Zone leben auf hessischer Seite laut Ministerium rund 3.500 Schweine.

Aktuelle Sachstand zur ASP in Hessen und RLP

03.07.2024

  • TSN Meldungen: Hessen hat mit Stand heute (16:00 Uhr) insgesamt acht ASP-positive Wildschweine und ein Verdacht in TSN gemeldet.

    Eine Feststellung (Leeheim) und ein Verdacht (Kühkopf) befinden sich außerhalb der Kernzone, in der infizierten Zone in Hessen.

  • Gebietskulisse: Das Kerngebiet in Hessen wird angepasst. Die infizierte Zone in Rheinland-Pfalz und Hessen wird ausgeweitet.

    Eine Karte mit dem 15 km Radius um die Funde, die zur Ausweitung der Restriktionszonen führen, finden Sie im Anhang.

    In Rheinland-Pfalz sind die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms betroffen.

  • Weitere Informationen: Insgesamt wurden bereits über 50 Kadaver in Hessen untersucht

    In RP finden Suchen nach Kadavern statt, zusätzlich wird versucht zu ermitteln, wo und wieviele Wildschweine sich in den betroffenen Gebieten aufhalten bzw. nach dem Hochwasser ggf. in die Gebiete am Rhein einwandern.

    Es gibt weiterhin keine offiziellen Verdachtsfälle oder bestätigen ASP-Fälle in Rheinland-Pfalz, alle bisherigen Untersuchungen verliefen negativ;

Die „ASP-Leitlinien“, C/2023/1504 Bekanntmachung der Kommission über die Leitlinien für die Prävention, Bekämpfung und Tilgung der Afrikanischen Schweinepest in der Union erhalten Sie im Anhang zur Kenntnis.

ASP-Leitlinien“, C/2023/1504 Bekanntmachung der Kommission über die Leitlinien für die Prävention, Bekämpfung und Tilgung der Afrikanischen Schweinepest

Karte der Restriktionszone

Aktuelle Sachstand zur ASP vom MKUEM

25.06.2024

  • Hessen hat am 22.06.24 vier weitere Wildschweine positiv auf ASP gemeldet; es handelt sich um gefundene Kadaver in relativer Nähe zum ersten bestätigten Fall.
  • Die Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts gehen anhand des Alters der Kadaver von einem Eintrag des Virus vor ca. 6 – 8 Wochen aus.
  • Es wird durch diese Nachweise keine Änderung in der hessischen oder rheinland-pfälzischen Gebietskulisse der Infizierten Zone geben.
  • Hessen hat um die positiven Fälle eine vorläufige Kernzone eingerichtet, die sich zwischen den Autobahnen A60, A67, dem Rhein und einem Elektrozaun im Süden befindet.
  • Die Suchen nach Fallwild in der südlichen Infizierten Zone im Landkreis Mainz-Bingen am 21./22.06.24 haben keine Kadaverfunde ergeben.
  • Es gibt derzeit keine offiziellen Verdachtsfälle oder bestätigen ASP-Fälle in Rheinland-Pfalz (es gibt offenbar aber Gerüchte über ASP-Nachweise im Land, z.B. KH oder KIB).
  • Zum ASP-Monitoring in Rheinland-Pfalz:
    • aus allen Landesteilen ist Fallwild, Unfallwild, krank erlegtes Wild auf ASP zu untersuchen (wie bisher),
    • aus den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms werden zusätzlich gesund erlegte Wildschweinen, vorsorglich als Früherkennungsmaßnahme, auf ASP-Virus und ASP-Antikörper untersucht à diese Maßnahme wird durch
    • die zuständigen Kreisverwaltungen koordiniert, welche die betroffenen Jagdausübungsberechtigten entsprechend informiert
  • Wie bisher, sind für alle diese Untersuchungen EDTA-Blutproben von Wildschweinen an das LUA zu senden (bitte KEINE Serumröhrchen verwenden!)

Kreisverwaltung Mainz-Bingen erlässt Allgemeinverfügung

18.06.2024

Der Landkreis Mainz-Bingen hat am 17.06.2024 eine Allgemeinverfügung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen erlassen. Hintergrund ist, dass das Virus konnte bei einem Stück Schwarzwild nachgewiesen werden, das im südhessischen Landkreis Groß-Gerau erlegt wurde.

Um die Seuche einzudämmen, wurde eine Restriktionszone eingerichtet. Diese erstreckt sich in einem Radius von ca. 15 km um den Fundort (Rüsselsheim am Main, Landkreis Groß-Gerau) herum. Die betroffenen Landkreise innerhalb dieses Radius sind die hessischen Landkreise Groß-Gerau, der Main-Taunus-Kreis, Darmstadt-Dieburg, Offenbach-Land sowie die Städte Frankfurt und Wiesbaden. In Rheinland-Pfalz sind die Landkreise Mainz-Bingen sowie die Stadt Mainz betroffen. Die Restriktionszone wird mit Hinweisschildern erkenntlich gemacht.

Die genaue Eingrenzung entnehmen Sie bitte der Karte (Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen).

Die Allgemeinverfügung gilt zunächst für eine Dauer von zwei Wochen. In dieser Zeit dürfen Haus- und Wildschweine weder aus der Restriktionszone heraus, noch hinein verbracht werden. Ackerbauliche Tätigkeiten sind den Landwirten weiterhin gestattet. Für die Gebiete gilt ein generelles Jagdverbot.

Allgemeinverfügung der Kreisverwaltung Mainz Bingen

FAQ zur ASP für Revierinhaber vom DJV

Aktuelle Restriktionszone der Afrikanischen Schweinepest

ASP-Ausbruch in Hessen führt auch zu Einschränkungen in Rheinland-Pfalz

16.06.2024

Wie der Landesjagdverband Hessen in seiner Pressemitteilung vom 15.06.2024 mitgeteilt hat, wurde der erste ASP-Fall in Hessen durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätig. Das Virus konnte bei einem Stück Schwarzwild nachgewiesen werden, das verendet im südhessischen Landkreis Groß-Gerau gefunden wurde.

Alle notwendigen Maßnahmen zur Seuchenprävention wurden bereits eingeleitet. Das hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat bereits eine ASP-Koordinationsgruppe sowie einen Seuchenstab eingerichtet.

Um die Seuche einzudämmen, wurde eine Restriktionszone eingerichtet. Diese erstreckt sich in einem Radius von ca. 15 km um den Fundort (Rüsselsheim am Main, Landkreis Groß-Gerau) herum. Die betroffenen Landkreise innerhalb dieses Radius sind die hessischen Landkreise Groß-Gerau, der Main-Taunus-Kreis, Darmstadt-Dieburg, Offenbach-Land sowie die Städte Frankfurt und Wiesbaden. In Rheinland-Pfalz sind die Landkreise Mainz-Bingen sowie die Stadt Mainz betroffen . Innerhalb des Restriktionsgebietes gilt in der Regel ein generelles Jagdverbot. Aktuell wird in den Kreisen an Allgemeinverfügungen, die das Jagdverbot sowie den Umgang mit Hausschweinen und mit tierischen Produkten, die damit im Zusammenhang stehen, gearbeitet.

Für den Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. sind die zuständigen Behörden zum aktuellen Zeitpunkt nicht erreichbar, daher können noch keine definitiven Aussagen zum weiteren Vorgehen in Rheinland-Pfalz getroffen werden. Wir werden Sie umgehend informieren, sobald neue Erkenntnisse zur Organisation der Seuchenbekämpfung in den rheinland-pfälzischen Landkreisen vorliegen.

Es bleibt zu hoffen, dass es sich um einen punktuellen Eintrag des Virus handelt und somit eine schnelle Eindämmung der Seuche gegeben sein könnte. Dennoch möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass das frühzeitige Erkennen potenziell infizierter Wildschweine sehr wichtig ist und in diesem Zusammenhang auf die Merkblätter zur ASP-Beprobung des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz verweisen (https://lua.rlp.de/service/downloads/tierseuchen-tiergesundheit).