Herausragende Einzel- und Mannschaftsleistungen der rheinland-pfälzischen Schützinnen und Schützen in Liebenau
Vom 2. bis 5. September 2026 wurde auf dem Schießstand der Landesjägerschaft Niedersachsen in Liebenau die 70. DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen ausgetragen. Vier Tage lang trafen sich dort die besten jagdlichen Schützinnen und Schützen der Landesjagdverbände, um in den verschiedenen Klassen sowie in den Büchsen-, Flinten-, Kombinations- und Kurzwaffendisziplinen die Deutschen Meister zu ermitteln.
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz war mit einer starken Delegation vertreten und konnte am Ende auf eine außerordentlich erfolgreiche Bundesmeisterschaft zurückblicken. Herausragende Einzelresultate, zahlreiche Platzierungen im Spitzenfeld und insbesondere der zehnte Deutsche Mannschaftsmeistertitel in der “Schützen Klasse” und „Aller Klassen“ machten Liebenau 2026 zu einer besonderen Meisterschaft für das jagdliche Schießen in Rheinland-Pfalz.
Ein gemeinsames Zeichen des Gedenkens
Neben dem sportlichen Wettkampf stand die Bundesmeisterschaft für die rheinland-pfälzische Delegation auch unter dem Eindruck des viel zu frühen Todes von Christoph Hahn. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz trugen während der Bundesmeisterschaft einen Trauerflor zum Gedenken an ihren verstorbenen Mannschaftskameraden. Christoph Hahn war als Mitglied der Mannschaft der Schützenklasse eng mit dem jagdlichen Schießen in Rheinland-Pfalz verbunden. Ein besonderer Dank gilt Steffi Zimmer, die dankenswerterweise die Trauerflore organisiert und damit dieses gemeinsame Zeichen der Verbundenheit ermöglicht hat.
Schützenklasse – Rheinland-Pfalz ganz vorne
Sportlich setzte Rheinland-Pfalz insbesondere in der Schützenklasse ein deutliches Ausrufezeichen.
Allen voran zeigte Gerrit Hartig einen außergewöhnlichen Wettkampf. Mit hervorragenden 346 von 350 möglichen Punkten sicherte er sich den Bundesmeistertitel. Mit der Büchse erzielte Hartig 196 von 200 möglichen Punkten, mit der Flinte traf er alle 30 Tauben und erreichte damit 150 Punkte. Lediglich vier Punkte fehlten ihm somit zum theoretisch möglichen Maximum der gesamten Kombination.
Philipp Sehnert erzielte 340 Punkte und belegte damit den zweiten Platz in der Schützenklasse. Auch Sehnert traf mit der Flinte sämtliche 30 Tauben und erreichte 150 Punkte.
Mit Philipp Zerfass, der mit 337 Punkten Platz 7 erreichte, und Christian Beitsch, der mit 336 Punkten Platz 9 belegte, schafften es insgesamt vier Schützen aus Rheinland-Pfalz unter die ersten zehn der Schützenklasse.
Auch die weiteren Starter unseres Landesverbandes trugen zu einem starken Gesamtauftritt bei. Martin Führer erzielte 325 Punkte, Jörg Brinkmann 320 Punkte und Rajmund Kreiner 314 Punkte. Simon Ackermann, Dirk Fabricius, Christian Holzmann, Jan Degen und Michael Swan komplettierten das rheinland-pfälzische Teilnehmerfeld in der Schützenklasse.
Zehnter Deutscher Mannschaftsmeistertitel für Rheinland-Pfalz
Der sportliche Höhepunkt aus Sicht des Landesjagdverbandes war zweifellos der Erfolg in der Mannschaftswertung der Schützenklasse.
Mit hervorragenden 1.359 Punkten wurde Rheinland-Pfalz Deutscher Mannschaftsmeister 2026, sowohl in der Schützenklasse wie auch im Gesamtklassement.
Dieser Erfolg besitzt eine besondere historische Bedeutung: Es war bereits der zehnte Deutsche Mannschaftsmeistertitel für eine Mannschaft aus Rheinland-Pfalz.
Die Mannschaftsschützen waren: Gerrit Hartig, Philipp Sehnert, Philipp Zerfass, Christian Beitsch, Martin Führer, Rajmund Kreiner.
Nach dem Reglement wurden die vier besten Einzelergebnisse für die Mannschaftswertung herangezogen. Aus den Ergebnissen von Gerrit Hartig, Philipp Sehnert, Philipp Zerfass und Christian Beitsch ergaben sich die 1.359 Wertungspunkte. Dies ändert selbstverständlich nichts daran, dass der Titel der gemeinsame Erfolg aller sechs Mannschaftsschützen ist.
Besonders bemerkenswert war die enorme Leistungsdichte innerhalb der Mannschaft. Die vier gewerteten Schützen erzielten zwischen 336 und 346 von maximal 350 möglichen Punkten. Aber auch Martin Führer mit 325 und Rajmund Kreiner mit 314 Punkten unterstrichen die Breite des rheinland-pfälzischen Aufgebots.
Mit ihrem Ergebnis verwiesen die Rheinland-Pfälzer Brandenburg mit 1.327 Punkten und Thüringen mit 1.313 Punkten auf die folgenden Plätze. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug damit deutliche 32 Punkte.
Der zehnte Mannschaftstitel ist ein besonderer Meilenstein in der Geschichte des jagdlichen Schießens in Rheinland-Pfalz. Er steht nicht nur für die hervorragende Leistung der Mannschaft von 2026, sondern zugleich für eine über viele Jahre und mehrere Schützengenerationen gewachsene Erfolgsgeschichte.
Flinte – Hartig gewinnt die Gesamtwertung, Sehnert auf Platz drei
Eine der herausragenden Leistungen der rheinland-pfälzischen Schützen zeigte sich in der Flintenwertung. Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Ergebnisse, denn bei gleicher Trefferzahl entscheidet die Zahl der benötigten zweiten Schüsse, in den Ergebnislisten als „Treffer 2“ ausgewiesen, über die Platzierung.
Gleich vier Schützen beendeten den Wettbewerb mit der maximalen Ausbeute von 30 getroffenen Tauben und damit 150 Punkten. Zwei davon kamen aus Rheinland-Pfalz.
Gerrit Hartig setzte sich mit 15 Treffern im Skeet und 15 Treffern im Trap an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Besonders bemerkenswert: Für seine 30 Treffer benötigte er insgesamt lediglich einen zweiten Schuss. Damit gewann Hartig die Flinten-Gesamtwertung der Bundesmeisterschaft 2026.
Auf Platz zwei folgte Denny Lindner aus Sachsen-Anhalt, ebenfalls mit 30 Treffern, jedoch mit insgesamt zwei „Treffer 2“.
Philipp Sehnert sorgte für den zweiten rheinland-pfälzischen Spitzenplatz. Auch er traf alle 30 Tauben, jeweils 15 in Skeet und Trap. Aufgrund der Zahl seiner benötigten zweiten Schüsse belegte er den dritten Platz in der Flinten-Gesamtwertung.
Damit standen mit Gerrit Hartig auf Platz 1 und Philipp Sehnert auf Platz 3 gleich zwei Rheinland-Pfälzer auf dem Siegerpodest der Flintenwertung.
Christian Beitsch erzielte 29 Treffer – 15 im Skeet und 14 im Trap – und erreichte damit 145 Punkte. In der Schützenklasse bedeutete dies einen hervorragenden 6. Platz. Philipp Zerfass kam ebenfalls auf 29 Treffer und 145 Punkte. Mit 14 Treffern im Skeet und 15 Treffern im Trap belegte er Platz 16 der Schützenklasse. Martin Führer erreichte mit jeweils 14 Treffern in Skeet und Trap insgesamt 28 Treffer und 140 Punkte und belegte damit Platz 24 der Schützenklasse.
Diese Ergebnisse unterstreichen eindrucksvoll die besondere Stärke der rheinland-pfälzischen Schützen mit der Flinte. Mit zwei Schützen, die sämtliche 30 Tauben trafen, sowie weiteren Ergebnissen von 29, 29 und 28 Treffern verfügte Rheinland-Pfalz auch in dieser Disziplin über eine außergewöhnliche Leistungsdichte.
Besonders der Sieg von Gerrit Hartig verdient hervorgehoben zu werden: 30 Treffer bei lediglich einem erforderlichen zweiten Schuss gaben den Ausschlag für den Sieg in der Flinten-Gesamtwertung.
Büchse – Spitzenleistungen auch in den Kugeldisziplinen
Nicht weniger beachtlich waren die Leistungen mit der Büchse.
Gerrit Hartig erreichte hervorragende 196 von 200 möglichen Punkten und belegte damit in der Schützenklasse den vierten Platz der Büchsenwertung. Auch Philipp Zerfass zeigte mit 192 Punkten eine sehr starke Büchsenleistung.
Gerade die Kombination aus hohen Büchsenergebnissen und den ausgezeichneten Flintenresultaten bildete letztlich die Grundlage für die außergewöhnlich hohen Gesamtergebnisse und den deutlichen Mannschaftserfolg.
Damen – zwei Rheinland-Pfälzerinnen unter den besten fünf
Sabine Kobza erreichte mit starken 319 Punkten den vierten Platz in der Kombination und verfehlte damit einen Podestplatz nur knapp. Unmittelbar dahinter folgte Julia Sehnert, die mit 317 Punkten Platz 5 belegte.
Damit schafften es gleich zwei rheinland-pfälzische Schützinnen unter die besten fünf Damen Deutschlands. Nora Führer (auf den Spuren ihres Vaters Martin) erzielte 277 Punkte, Sara Oswald 249 Punkte und Heike Hitzke 233 Punkte und komplettierten das rheinland-pfälzische Damenaufgebot.
Auch als Mannschaft konnten die Damen überzeugen. Die Ergebnisse ergaben insgesamt 1.162 Punkte und Platz 5 in der Mannschaftswertung.
Altersklasse – geschlossener Auftritt
Bester rheinland-pfälzischer Teilnehmer war Martin Thurmüller mit 309 Punkten. Udo Zimmer und Jürgen Oswald erzielten jeweils 302 Punkte, Frank Voigtländer kam auf 279 Punkte und Uwe Freudenstein auf 266 Punkte.
Die Mannschaft erzielte insgesamt 1.192 Punkte. Auch wenn es in dieser Klasse diesmal nicht für eine Platzierung ganz vorne reichte, präsentierten sich die Schützen als geschlossenes Team.
Senioren – starke Büchsenleistung von Egon Marmit
Egon Marmit führte die rheinland-pfälzischen Ergebnisse mit 314 Punkten in der Kombination an. Besonders hervorzuheben sind seine starken 189 Punkte mit der Büchse. Wolfgang Sehnert erreichte mit 310 Punkten ebenfalls ein sehr gutes Gesamtergebnis.
Artur Breuer erzielte 283 Punkte, Josef Klein 269 Punkte, Günther Degen 266 Punkte, Harry Freudenstein 254 Punkte und Hansjörg Maintz 249 Punkte. In der Mannschaftswertung kamen die Ergebnisse von Egon Marmit, Wolfgang Sehnert, Artur Breuer und Josef Klein in die Wertung. Gemeinsam erzielten sie 1.176 Punkte.
Kurzwaffe – Rheinland-Pfalz breit vertreten
Das beste rheinland-pfälzische Ergebnis erzielte Udo Zimmer mit 179 Punkten. Dahinter folgten Jan Degen und Jürgen Oswald mit jeweils 177 Punkten, Günther Degen mit 174 Punkten sowie Egon Marmit mit 173 Punkten.
Jörg Brinkmann und Wolfgang Sehnert erzielten jeweils 171 Punkte, Artur Breuer kam auf 166 Punkte und Hansjörg Maintz auf 159 Punkte. Damit war der Landesjagdverband auch in dieser Disziplin breit vertreten.
Zehn Mannschaftstitel – eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte
Mit der Bundesmeisterschaft 2026 kann Rheinland-Pfalz auf eine beeindruckende sportliche Bilanz zurückblicken. Herausragend sind der Bundesmeistertitel von Gerrit Hartig mit 346 von 350 Punkten, sein Sieg in der Flinten-Gesamtwertung, der dritte Platz von Philipp Sehnert in der Flintenwertung, die hervorragenden Ergebnisse von Philipp Zerfass und Christian Beitsch, zwei Platzierungen unter den besten fünf bei den Damen und zahlreiche weitere gute Leistungen.
Über allem steht jedoch der zehnte Deutsche Mannschaftsmeistertitel. Zehn Titel auf Bundesebene sind keine Momentaufnahme. Sie stehen für eine über viele Jahre hinweg gewachsene Leistungsfähigkeit des jagdlichen Schießwesens in Rheinland-Pfalz.
Schützen verschiedener Generationen haben zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen. Mannschaften haben sich verändert, neue Schützen sind hinzugekommen und erfahrene Schützen haben ihr Wissen weitergegeben. Geblieben ist der Anspruch, Rheinland-Pfalz bei Deutschen Meisterschaften auf höchstem sportlichem Niveau zu vertreten.
Der Jubiläumstitel von Liebenau fügt dieser Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu.
Mit 1.359 Punkten, einem Vorsprung von 32 Punkten und einer Mannschaft, deren vier Wertungsergebnisse sämtlich zwischen 336 und 346 Punkten lagen, wurde dieser zehnte Titel in eindrucksvoller Weise errungen.
Deshalb gebührt Gerrit Hartig, Philipp Sehnert, Philipp Zerfass, Christian Beitsch, Martin Führer und Rajmund Kreiner gleichermaßen Anerkennung für diesen besonderen Erfolg.
Dank an Schützen, Betreuer und Gastgeber
Hinter den Ergebnissen einer Bundesmeisterschaft stehen viele Stunden Training, zahlreiche Wettkämpfe auf Kreis- und Landesebene, erheblicher persönlicher Einsatz und nicht zuletzt Menschen, die die Aktiven unterstützen.
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz bedankt sich bei allen Schützinnen und Schützen, die unseren Landesverband bei der 70. DJV-Bundesmeisterschaft in Liebenau vertreten haben. Dieser Dank gilt ausdrücklich nicht nur den Siegern und Platzierten.
Ebenso gilt unser Dank allen Mannschaftsführern, Betreuern, Helferinnen und Helfern sowie denjenigen, die im Hintergrund ihren Beitrag geleistet haben.
Unser Dank geht darüber hinaus an den Deutschen Jagdverband, die Landesjägerschaft Niedersachsen, die Verantwortlichen des Schießstandes Liebenau sowie an die Richter, Standaufsichten und zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, ohne deren Einsatz eine Bundesmeisterschaft dieser Größenordnung nicht durchgeführt werden könnte. Der Schießstand präsentierte sich in einem hervorragendem Zustand, sozusagen von seiner besten Seite.
Eine Bundesmeisterschaft, die in Erinnerung bleiben wird
Die 70. DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen wird aus rheinland-pfälzischer Sicht als eine der besonders erfolgreichen Meisterschaften in Erinnerung bleiben.
Ein Bundesmeistertitel in der Kombination, Platz 1 und Platz 3 in der Flinten-Gesamtwertung, zahlreiche weitere Spitzenplatzierungen und vor allem der zehnte Deutsche Mannschaftsmeistertitel bilden eine beeindruckende sportliche Bilanz.
Gleichzeitig zeigte das gemeinsame Auftreten mit dem Trauerflor für Christoph Hahn, dass bei aller sportlichen Konkurrenz auch Kameradschaft und Verbundenheit ihren festen Platz im jagdlichen Schießen haben. Dieses füreinander Einstehen ermöglicht es uns als relativ kleinen Verband im Reigen der ganz Großen unsere Akzente zu setzen, für die uns Andere beneiden und die es zu bewahren gilt.
Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz gratuliert allen Schützinnen und Schützen zu ihren Leistungen und insbesondere den Siegern und Platzierten zu ihren herausragenden Erfolgen.
Ein besonderer Glückwunsch gilt unserer Mannschaft zum zehnten Deutschen Mannschaftsmeistertitel.


Waidmannsheil und herzlichen Glückwunsch zu einer herausragenden Bundesmeisterschaft 2026!
Peter Clemens, Landesobmann für das Schießwesen
Fotos: DJV / Jona


