Anspruch und Wirklichkeit!?

Rebhuhnmonitoring: Unser Anspruch – unsere Verantwortung?

Mit der Novellierung des Landesjagdgesetzes 2010 tauchte im § 31 Abs. 8 ein neuer Begriff auf, der „günstige Erhaltungszustand“. Ist dieser günstige Erhaltungszustand nicht gegeben, setzt die zuständige Behörde einen Höchstabschussplan für diese Art fest. Um den Erhaltungszustand des Rebhuhns festzustellen, hat die obere Jagdbehörde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Obwohl die Datenlage zu den Rebhuhnbesätzen dürftig ist, wurde darin anhand von „Indizien“ festgestellt, dass der günstige Erhaltungszustand für das Rebhuhn in Rheinland-Pfalz nicht mehr gegeben ist. Nach dem Gutachten wurde Rheinland-Pfalz in drei Kategorien eingeteilt, „ungünstig-schlecht“, „ungünstig-unzureichend“ und „nicht mehr günstig“. Mit einer Allgemeinverfügung wurde die Jagd auf das Rebhuhn nur noch in den sieben Landkreisen und kreisfreien Städten mit dem Erhaltungszustand „nicht mehr günstig“ und hier auch erst nach Zählung, wenn mehr als drei Brutpaare pro 100 Hektar vorhanden waren, erlaubt.

Die Allgemeinverfügung ist – im Rahmen einer vom Landesjagdverband unterstützten Klage – aus formalen Gründen vor Gericht gescheitert. Anstatt diesen formalen Fehler zu „heilen“, hat das Umweltministerium die Allgemeinverfügung zurückgenommen und mit dem Landesjagdverband einen freiwilligen Bejagungsverzicht für fünf Jahre vereinbart. In dieser Zeit soll die Datenlage zum Rebhuhn durch Monitoring verbessert werden. Zwischen 20 und 40 Reviere sollen sich pro Kreisgruppe beteiligen und Rebhühner nach der Punkt-Stopp-Methode zählen – d. h. landesweit zwischen 500 und 1.000 Reviere. Das Ministerium fördert diese Zählung mit 100,- Euro pro Jahr und Revier aus Mitteln der Jagdabgabe, d. h. im gesamten Monitoring-Zeitraum mit insgesamt bis zu 500.000,- Euro!

Obwohl wir in der Februarausgabe 2016 von „Jagd & Jäger“ auf den Seiten 3, 4 und 10 ausführlich informiert und appelliert hatten, ist das Monitoring im letzten Jahr leider nur schleppend angelaufen. Das lag z. T. daran, dass die Hegering- und Kreisgruppenversammlungen erst nach dem günstigen Zählzeitraum (Februar/März) stattgefunden haben. Insgesamt haben 287 Reviere ihre Mitarbeit zugesagt, jedoch nur 189 Reviere haben auch die Zählungen durchgeführt und dokumentiert.

Wenn wir das Rebhuhn weiterhin auf der Liste der jagdbaren Arten behalten möchten, dann müssen wir unser Interesse und unsere Verantwortung an der Art dadurch dokumentieren, dass wir flächendeckend und in ausreichender Anzahl an dem Monitoring teilnehmen. Wir müssen jetzt „Pflöcke“ für das Rebhuhn einschlagen! Wenn wir Jäger uns jetzt gleichgültig zeigen, wird sich schon „jemand“ finden, der das für die o. g. Aufwandsentschädigung macht. Wir dürfen uns dann aber nicht wundern, wenn in der Abenddämmerung fremde Leute durch unsere Reviere laufen, um Rebhühner zu verhören. Und deren politische und/oder ideologische Ausrichtung – wie immer die auch aussieht – bestimmt dann den weiteren Umgang mit unserem Rebhuhn.

Deshalb mein nochmaliger Appell: bitte beteiligen Sie sich mit Ihrem Revier an dem Rebhuhnmonitoring! Die hierzu notwendigen Unterlagen finden Sie auf der Homepage des LJV (www.ljv-rlp.de). Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich an die LJV-Geschäftsstelle (Tel. 06727-89440, E-Mail: Info@ljv-rlp.de). Gerne kommen unsere Berufsjäger auch in Ihre Hegering- oder Kreisgruppenversammlung und stellen das Monitoring und die Methodik vor.

Für Ihre Verständnis und Ihre Mithilfe vielen Dank!

Kurt A. MICHAEL, Präsident
 

 

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Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. • Egon-Anheuser-Haus, 55457 Gensingen • Postfach: 27  • Tel.: 06 727 / 89 44 0 • Fax: 06 727 / 89 44 22

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