Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

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Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

Neue Wildschadensberechnung im Grünland

In der Richtsatztabelle der Landwirtschaftskammer Rheinland- Pfalz (LWK) des Jahres 2017/18 wurde gegenüber den Vorjahren eine Veränderung vorgenommen. Die LWK hat das System aus Nordrhein-Westfalen übernommen, welches dort bereits seit Jahren erfolgreich angewendet wird. In vergangenen Jahren wurden unterschiedliche Möglichkeiten gemeinsam mit erfahrenen Wildschadensschätzern verglichen und man kam zu dem Ergebnis, dass der Anwendungsbereich der Tabelle (kleinere, unkomplizierte Schäden) so besser zu berechnen sind.
 

In den vergangenen Jahren wurden die Ertragswerte nach ihrer Energieleistung im Grünland berechnet. Hier konnte man Unterschiede in der Grünlandnarbe zwischen 300-2200,- Euro/ha Gesamtjahresertrag ermitteln. Die Berechnung des Energiegehaltes über diese Methode stellte bei den ein oder anderen Jagdpächter bzw. Landwirt einige Probleme dar. Es mussten Pflanzen bestimmt, die Düngung berechnet, Wasserhaushalt sowie Nutzung ermittelt werden.

Wildschaden Grünland. Foto: LJV RLP

Die aktuellen und vollständigen Richtsätze finden Sie hier

Insbesondere ist die Tabelle so auch von Nicht-Fachleuten (Behördenvertreter etc.) nun einfacher nachzuvollziehen. In der aktuellen Tabelle werden ausschließlich die Geld-Beträge pro Flächeneinheit (m²) und Schnitthäufigkeit festgelegt. Der Gesamtertrag setzt sich in der Regel aus mehreren Schnitten (Nutzungen) zusammen. Zum Beachten ist in jedem Fall, dass bei erforderlichen Grünlandreparaturen, sich die Grasnarbe neu entwickeln muss. Im Schadensfall ist daher die Anzahl der tatsächlich betroffenen Nutzungen anzunehmen und die Werte sind bis maximal zur Gesamt-Jahresentschädigung zu summieren.

Zu den Ertragsausfällen werden des Weiteren die Reparaturkosten aufgeführt. Hierfür findet folgende Berechnungsgrundlage statt: Die Wiederherrichtung zerstörter Grasnarben ist gesondert zu schätzen:

“a.) Maschinelle Wiederherrichtung größerer, zusammenhängender Schäden, je nach Verfahren, bei frischen, flachen flächigen Aufbrüchen (Stippen):
Schlepp-Vredo-Verfahren 3-5 Cent/m² oder
Mulch-Verfahren (bessere Arbeitsqualität) 6-8 Cent /m²
b.) älteren, tieferen Aufbrüchen: Fräs-Saat-Verfahren 7 - 8 Cent/m².
Die Werte verstehen sich incl. Saatgut.
c) Bei kleineren Schäden ist es sinnvoll, den Arbeits- und Maschinenaufwand nach Stunden zu bewerten (nach Maschinenringsätzen ; werden eigene Arbeitskräfte eingesetzt, können diese mit 15 - 17 Euro/Arbeitsstunde in Ansatz gebracht werden); die Arbeitsleistung einer Arbeitskraft  beträgt  30-40 m²/Stunde.”
Quelle: LWK RLP

Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass, gem. LG Koblenz (Beschluss vom 23.03.2015. 6S 47/15), eine Wildschadensregulierung auch auf Streuobstwiesen, stattzufinden hat. Bei Streuobstwiesen wird die Unterkultur landwirtschaftlich genutzt; die Obstgewinnung kommt gegenüber der Unterbewirtschaftung kein deutliches Übergewicht zu: i.d.R. nur geringe Pflanzdichte. Somit müssen zukünftig die Streuobstwiesen vom Jagdpächter(Jagdgenossen) auf eigene Kosten wiederhergestellt werden.

Revierjagdmeister Robert ACKERMANN, Leiter LJV-Beratungsstelle
 

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