Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

Themenüberblick

Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

Der Bau einer Rebhuhnschütte im Lehrrevier

Zunächst wurde der Platz sorgfältig und niedrig mit dem Fadenmäher frei geschnitten. Die Öffnungen der Schütte wurden in Nord-Süd-Richtung platziert, die Seitenwände oben provisorisch fixiert und dann mit den Steinplatten ausgerichtet und festgepflockt. Anschließend wurde die obere Verbindung mit den Spaxschrauben hergestellt. Nun wurde vor dem Anbau des Daches die Schütte bereits mit Druschabfall befüllt. Nun wurde über der Konstruktion das Dach festgenagelt. Da die Onduline in der Umgebung sehr auffällig ist, muss sie verblendet werden. Dazu wird der Knotengeflechtzaun über das Dach gespannt und unten befestigt, so dass auf beiden Seiten etwa 20 cm Lücke zum Boden bleiben. Durch diese können die Hühner im Notfall schnell in alle Richtungen flüchten. Nun wurde die Schütte mit ortstypsichem Material, hier Altgras, verblendet und dieses in den Zaun eingeflochten.

Damit sich keine Raubvögel auf der Schütte niederlassen wurden an beiden Giebeln Pfosten angenagelt, zwischen welchen ein Draht etwa 10 cm über dem Dachfirst gespannt wurde. Auch die Pfosten selbst müssen mit einem langen Nagel an der Spitze als Landeplatz unbrauchbar gemacht werden. Zusätzlich kann an den offenen Seiten mit einigen robusten Pflanzenstengeln, beispielsweise von der Wilden Karde, die Öffnung für einfliegende Raubvögel blockiert werden.

Zusätzlich zu den Rebhühnern, welche diese Druschabfälle gerne nutzen, bietet diese Art der Fütterung den heimischen Singvögeln in der ausgeräumten und kräuterfreien Agrarlandschaft ebenso eine wichtige Stütze zur Überlebenssicherung im Winter.

Daniel BURCHARD, Revierjäger-Azubi

Ondoline bietet Regenschutz, Draht hält das Altgras um die Schütte in das Landschaftsbild einzupassen. Foto: LJV RLP

Seitenteil. Foto: LJV RLP

Steinplatte schützt vor Verrottung. Foto: LJV RLP

In der Dezemberausgabe 2017 unseres Verbandsorgans „Jagd & Jäger“ hatten wir im nachfolgenden Text über die Sinnhaftigkeit der Bereitstellung von Nahrung für Rebhühner informiert und in diesem Zusammenhang den Bau einer Rebhuhnschütte beschrieben.

Seitens der obersten Jagdbehörde wurden wir daraufhin auf die Regelungen der rheinland-pfälzischen Kirr- und Fütterungsverordnung (KiFüVo) hingewiesen, die u. a. besagen, dass bei der Bereitstellung von Nahrung für Rebhühner darauf zu achten ist, dass Schalenwild keinen Zugang zu den angebotenen Futtermitteln haben darf.

Wir sind zwar der Ansicht, dass dort, wo Rebhuhnschütten üblicherweise aufgestellt werden – nämlich im vom Niederwild geprägten Offenlandbereich –, die Futteraufnahme durch Schalenwild eine untergeordnete Rolle spielt. Dennoch müssen wir die Jägerinnen und Jäger, die diese durchaus sinnvolle Anregung zur Niederwildhege aufgreifen wollen, bitten, auf den Einwand der obersten Jagdbehörde zu achten. Um auszuschließen, dass Schalenwild an die Niederwildfutterstellen gelangt, besteht die Möglichkeit der Einzäunung. Sie ermöglicht dem Niederwild den Zugang zum Futter und schließt das Schalenwild (vorordnungskonform) aus. Allerdings möchten wir einen unter Umständen nachteiligen Effekt nicht verschweigen: ein solcher Zaun kann dem Rebhuhn bei plötzlicher Gefahr und schneller Flucht, z. B. vor einem Greifvogel, zum Verhängnis werden.

Wir werden den Behördenhinweis zum Anlass nehmen, die vor zwölf Jahren erlassene KiFüVo auf den Prüfstand zu stellen und die Praktikabilität und Zweckmäßigkeit der Regelungen zu hinterfragen. Denn insbesondere mit Blick auf die sich aus Osteuropa nähernde Afrikanische Schweinepest (ASP) sollten veraltete Regelungen, die die Bejagungseffektivität beeinträchtigen, einer regelmäßigen Evaluierung unterzogen werden.
 

Bei der Hege des Rebhuhns müssen umfassende Maßnahmen ergriffen werden, um den Feldhühnern das Überleben in der Kulturlandschaft zu erleichtern. Eine Maßnahme ist die Bereitstellung von Nahrung; dies ist gerade nach der Ernte wichtig, es mangelt an Nahrung und Deckung und gleichzeitig müssen wichtige Reserven für die Winterzeit angelegt werden. Die Fütterung von Rebhühnern muss dort errichtet werden, wo die einzelnen Ketten sich bevorzugt aufhalten und sicher fühlen. Eine Möglichkeit ist die Fütterung über die Rebhuhnschütte auf einer Brachfläche. Als Futtermittel werden Druschabfälle verwendet, diese sind kostenlos zu bekommen und ermöglichen den Hühnern eine artgerechte Futteraufnahme am Boden. Mit etwas Weizen kann man diese Druschabfälle aufbessern. Die Schütte sollte ausreichend Abstand zu Aufbaummöglichkeiten für Raubvögel haben, zusätzlich sollte die Schütte selbst keinen Landeplatz für diese bieten. Nach oben ist die Schütte blickdicht, bietet aber in Bodennähe Blickfeld zu allen Seiten. Die Schütte sollte so ausgerichtet sein, dass der Wind nicht zu sehr hindurchwehen kann. Im Revier sollte eine neue Schütte in einem Brachlandstreifen errichtet werden.

Als zweckmäßig hat sich eine dreieckige Bauform erwiesen, in der zwei Seitenwände angewinkelt zusammenstehen und anschließend über die Spitze ein Dach gebaut wird.
Der erste Schritt war der Bau der zwei Seitenwände. Diese sind im Prinzip Rahmen, 2 m lang und 1 m breit, und werden aus geschälten Nadelholzstangen von 8 – 10cm Durchmesser gebaut. Diese wurden abgelängt und an den Verbindungsstellen angephast um eine entsprechende Fläche zum Anlegen zu bieten. Stabilisiert wird die Konstruktion mit einer Diagonalen. Diese sollte auf den jeweilgen Seitenwänden entgegengesetzt verlaufen. Alle Verbindungen werden genagelt. Vor dem Einbau der

Diagonalen werden diese für eine bessere Auflage angeschrägt und sichergestellt, dass die Konstruktion im rechten Winkel ist. Der weitere Zusammenbau erfolgte im Revier, dazu wurde eine 2x1m Ondulineplatte, Ondulinenägel, kleine Krampen, zwei 180er Spax-Schrauben und ein 2m x.1,6m Stück Knotengeflechtzaun benötigt. Zusätzlich vier Steinplatten als Unterlage und 4 Pflöcke zum Fixieren.
 

 

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