Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

Jahresüberblick
Jungfuchsbejagung zur Erhaltung der Artenvielfalt

Der Fuchs gehört – wie andere Tiere – in unsere Natur. Nur haben wir keine Naturlandschaft mehr, sondern eine Kulturlandschaft mit all ihren Ausprägungen und Folgen. Eine davon ist die hohe Fuchsdichte, die u. a. darauf zurückzuführen ist, dass der Mensch, um sich selbst zu schützen, den Fuchs mit Medikamenten gegen einen seiner natürlichen Dichteregulatoren (Tollwut) impft und andere natürliche Regulationsmechanismen (z. B. Großraubtiere) nicht mehr wirken können. Somit bleibt der Mensch als letzter Regulator erhalten. Zur Erhaltung der Artenvielfalt ist die Fuchsbejagung unabdingbar und insbesondere die rechtzeitige Erlegung der Jungfüchse ein wichtiges Mittel.

Warum sollte unsere jagdliche Aufmerksamkeit vor allem den Jungfüchsen gelten? Als Antwort dient uns das Beispiel „Kohlmeise“. Der zeitliche Aufwand dieses Singvogels bei der Futtersuche inklusive der Versorgung der Jungvögel ist mit dem Prädatorendruck der Fuchseltern vergleichbar. Würden plötzlich alle Kohlmeisen-Jungen sterben, würde der Futterflug der Kohlmeiseneltern nur noch auf das Beschaffen des eigenen Futterbedarfs reduziert. Ähnlich verhält es sich beim Fuchs: Werden alle Fuchswelpen eines Geheckes erlegt, so sinkt auch die Prädation des Fuchses auf Bodenbrüter und andere Tiere des Offenlandes auf dieser Fläche entsprechend.

Die Eberswalder Jungfuchsfalle hat sich als bestens geeignet für den Fang der jungen Räuber erwiesen.

Hierzu ist es notwendig, dass alle im Revier bekannten Geheckbaue in einer Revierkarte erfasst und in einem so genannten Fuchsbaukataster eingetragen werden.

Dieses Kataster ist notwendig, damit bei der Kontrolle der Fuchsbaue ab Mitte Mai, kein Unterschlupf übersehen wird. Der vor dem Bau herunter getretenen Bewuchs sowie Fraßreste vor den Röhren deuten sicher auf einen befahrenen Bau hin.

Die Jungfuchsfallen sollten umgehend – möglichst schon bei der Kontrolle – in den Jungfuchsbau eingebaut werden.

Ein sofortiges Handeln ist sehr wichtig, denn während man abwartet, um den befahrenen Bau zu bestätigen, bringen die Altfüchse die Jungfüchse vom Bau weg, und man fängt möglicherweise noch ein paar Welpen – aber eben nicht alle. Das hat fatale Folgen, denn der Altfuchs unterscheidet nicht, wie vielen seiner Jungen er Beute zuträgt. Er schleppt also, solange er auch nur einen Jungfuchs hat, unentwegt Futter bei. Dieses Verhalten kann nur unterbrochen werden, indem alle Jungfüchse aus dem Bau zur Strecke kommen. Beim Ansitz am Bau sollten die Jungfüchse gezählt werden. Hier ist der Morgenansitz am besten geeignet, da in den Tag hineingejagt wird und somit genügend Zeit zur Verfügung steht, um alle Jungfüchse zu erlegen.

Es lässt sich feststellen: Je niedriger die Geheckdichte im Lebensraum, desto niedriger der Einfluss des Fuchses auf seine Beutetiere und desto stabiler die Artenvielfalt.

                                                                                                                Revieroberjäger Christoph HILDEBRANDT
 

Frasreste_vor_einem_Geheckbau
osthofen_nord_baukataster

 

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