Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

Jahresüberblick

Tipps aus dem Lehrrevier “Weinsheim”

Jahresüberblick
Schwarzwild im Visier

Revieroberjäger (DJV) Christoph Hildebrandt beleuchtet die Situation des Schwarzwil-des in Rheinland-Pfalz – ein Appell für eine vorausschauende Jagdstrategie.

Das Schwarzwild ist eine der Schalenwildarten, die heute in Rheinland Pfalz nahezu flächendeckend vorkommt. In immer kürzeren Abständen erreichen uns Nachrichten, dass die Sauen Regionen besiedeln, in denen noch vor wenigen Jahren gar nicht daran zu denken war – darunter Rheinhessen oder die Vorderpfalz. Aber auch aus den Städten sind Schwarzwildmeldungen keine Seltenheit mehr. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, in diesem Monat einiges über das Schwarzwild aus unserem Lehrrevier zu berichten.

Schwarzwild

Im Lehrrevier „Vorholz“ kommt Schwarzwild nur als Wechselwild vor, und es ist eher Zufall, wenn man auf dem Ansitz Sauen vor hat. Aber dann heißt es bei uns: Nicht die starken Stücke werden vorrangig erlegt, sondern grundsätzlich zuerst immer die Frischlinge. Wenn sicher zu erkennen ist, dass in der Rotte eine nicht führende Überläuferbache mitläuft, gilt dieser natürlich unsere jagdliche Aufmerksamkeit.

In den Monaten November und Dezember wurde uns immer wieder berichtet, dass viele starke Sauen zur Strecke kamen. Dabei handelte es sich jedoch meist um die nicht erlegten Frischlinge oder Überläufer des Vorjahres. Denn alt waren diese Sauen nur im seltenen Fall.

Sicher ist es richtig, auch diese Schwarzkittel zu erlegen, um sie nicht als Zuwachsträger in das nächste Jahr kommen zu lassen. Wie Untersuchungen von Dr. Gunter Sodeikat und Friederike Gethöffer vom Institut für Wildtierforschung Hannover belegen, sind aber Frischlinge des laufenden Jagdjahres mit rund 56 Prozent die Hauptzuwachsträger des Gesamtzuwachses.

Bitte bedenken Sie, dass die Untersuchungen des o. g. Instituts gezeigt haben, dass Frischlinge ab einem Alter von fünf Monaten und einem Gewicht von 17 Kilogramm geschlechtsreif sein können. Daher ist es besonders wichtig, insbesondere Frischlinge weiterhin intensiv zu bejagen.

Die Aussage, die kleinen Frischlinge seien nicht zu verwerten, höre ich auch immer wieder. Natürlich ist ein 65 Kilogramm schwerer Überläufer wesentlich besser verwertbar, aber auch aus einem acht Kilogramm schweren Frischling bekommt man etwa drei Kilogramm schmackhaftes Wildbret.

Es wird sich daher langfristig auszahlen, in die Jugendklasse einzugreifen und nicht erst abzuwarten, bis das fruchtbare Alter erreicht ist. Daher möchte ich an alle Jägerinnen und Jäger appellieren, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um Schwarzwild noch effektiver zu bejagen.

Ich denke hier insbesondere an gemeinsame Bewegungsjagden mit den Nachbarrevieren, da so eine größere Fläche zur gleichen Zeit beunruhigt wird. Ausschließlich an der Reviergrenze zu „lauern“, ist kontraproduktiv. Erfolg versprechend sind auch Ansitze bei Schnee und Mond – vor allem an Schadflächen.

Sollten Sie weitere Jäger benötigen, die ihnen bei einer intensiveren Schwarzwildjagd helfen, dann schauen Sie doch einmal auf unserer Homepage unter der Rubrik „Revierlose Jäger“ nach. Alternativ dazu können Sie sich auch an unsere Obleute für Junge Jäger, Hanna-Katharina Merz (Regionalgruppe Süd, Tel. 0177-3789893) und Dierk Thönnes (Regional-gruppe Nord, Tel. 0176-22265436), wenden. Von ihnen werden Sie ebenfalls an revierlose Jäger aus Ihrer Region weiter vermittelt.

                                                                                                                Revieroberjäger Christoph HILDEBRANDT

 

Facebook-Link
Twitter-Link
Fuss
Landesjagdverband

Landesjagdverband  Rheinland-Pfalz e.v.

Anerkannter Naturschutzverband

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. • Egon-Anheuser-Haus, 55457 Gensingen • Postfach: 27  • Tel.: 06 727 / 89 44 0 • Fax: 06 727 / 89 44 22