Wiederansiedlung des Luchses im Pfälzerwald

Eine Teilpopulation des Luchses soll im Pfälzerwald etabliert werden. Das Gebiet ist Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald / Vosges du Nord.

Die wiederangesiedelten Luchse können sich in die Nordvogesen ausbreiten und langfristig im genetischen Austausch mit der Teilpopulation in den Mittel- und Südvogesen und im Weiteren mit dem Jura und den Alpen stehen.

Damit würde der Pfälzerwald Teillebensraum einer größeren und stabileren Luchs-Metapopulation werden.  Eine selbstständige Etablierung einer Luchs-Population im Pfälzerwald ist auf Grund des konservativen Ausbreitungsverhaltens des Luchses nicht zu erwarten.

Dieses zusätzliche Vorkommen kann zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur mehr in wenigen Rückzugsgebieten vorkommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet einzustufen ist.
 

Maßnahmen zur Wiederansiedlung der Luchse

Die Umsetzung der Maßnahmen zur Erreichung der Projektziele ist über einen Zeitraum von sechs Jahren vorgesehen:

  -  Einrichtung eines Projektbüros im Projektgebiet, fachgerechte Ausbildung des Personals und vertiefte Ausbildung des vorhandenen Netzes der ehrenamtlichen Luchsberater.

  - Vertiefung des Kontakts zu den Akteursgruppen und Kooperationspartner, Integration und Fortführung des bestehenden Austausches als Luchsparlament, Moderation eventuell auftretender Diskurse (auch grenzüberschreitend), Teilnahme am Runden Tisch Großcarnivoren des Umweltministeriums Rheinland-Pfalz.

  - Öffentlichkeitsarbeit, Erstellung von Informations- und Umweltbildungsmaterial für die verschiedenen Interessensgruppen, Bildungs- und Erlebnisangebote zum Thema Luchs und biologische Vielfalt in Zusammenarbeit mit regionalen Umweltbildungseinrichtungen.

  -  Aufbau eines Auffanggeheges und einer veterinärmedizinischen Betreuung.

  -  Auswilderung von 20 Luchsen (bevorzugt Wildfänge aus der Schweiz bzw. der Slowakei) im Pfälzerwald.

  - Begleitung der Auswilderung durch intensives Monitoring (Telemetrie, Fotofallen), um zu überprüfen, ob sich die Reproduktion und Ausbreitung der Population positiv entwickelt.

  -  Unterstützung bei der Prävention von Schäden (Information, Beratung, Materialangebot für kurzfristige Übergangslösungen), Meldeprämie für Wildtierrisse.

  -  Entwicklung eines Leitfadens zur Vernetzung mit weiteren Lebensräumen.

  -  Entwicklung eines interessensübergreifenden lokalen Masterplans für den Luchs im Biosphärenreservat unter Berücksichtigung von Schalenwild (insbesondere Rehwild) und Nutztieren.

Quelle: www.luchs-rlp.de

Foto: Anders, Nationalpark Harz

Foto: Anders, Nationalpark Harz

Die Wiederansiedlung des Luchses ist eines von zwei so genannten LIFE Natur-Projekte, welche die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz für das Bundesland eingeworben hat. Für die gesamte Bundesrepublik sind vier LIFE Natur-Projekte bewilligt worden. Die Auswilderung von 20 Luchsen aus der Schweiz und der Slowakei im Pfälzerwald ist für den Winter 2015/16 und den Folgejahren geplant.

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. unterstützt die Wiederansiedlung der Pinselohren als wichtigster Projektpartner.

 

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