Nachhaltige Nutzung von Bälgen: Fellwechsel
ein Pilotprojekt mit Zukunft!

Zum Schutz des Niederwildes und zur Unterstützung von Artenschutzprojekten werden Raubsäuger bejagt. Deutschlandweit werden jährlich rund 500.000 Rotfüchse erlegt und seit Anfang der 1990er Jahre steigen die Jagdstrecken von faunenfremden Arten wie Marderhund und Waschbär. Allerdings wird derzeit nur ein Teil dieser Felle verwertet, obwohl viele Kürschner zunehmend Pelze aus der heimischen Jagd verarbeiten. Entsprechend groß ist der Bedarf nach qualitativ hochwertiger Ware aus nachhaltiger Jagd.
 

Unser Ziel ist es, hochwertige Wildpelze zu gewinnen und den Jägerinnen und Jägern für die Zulieferung entsprechend der Tierart und der Balgqualität eine Vergütung zu zahlen. Jedes angelieferte Tier mit verwertbarem Fell wird individuell markiert und diese ID-Nummer verbleibt am gegerbten bzw. getrockneten Fell. Diese Markierung ermöglicht es auch weiterverarbeitenden Betrieben wie z.B. Kürschnern, die Herkunft der Felle aus der nachhaltigen, heimischen Jagd zu dokumentieren. Das vom Zentralverband des Kürschnerhandwerks vergebene Logo „WePrefur“ an lizensierte Betriebe basiert auf der Verarbeitung von Fellen aus der heimischen Jagd (www.weprefur.de).
 

Foto: Rolfes/DJV

Damit dieses Pilotprojekt ein Erfolg wird, benötigen wir künftig Ihre engagierte Zuarbeit. Bauen Sie ein Sammelsystem auf, damit eine Zulieferung mit Tierkörpern der oben genannten Arten ab der Wintersaison 2017/18 möglich ist: 
 
• In den Kreisjägerschaften und Hegeringen werden an zentralen und gut erreichbaren Orten Kühltruhen aufgestellt.

• Für den Sammelplatz sollte ein zentraler Ansprechpartner („Balgbeauftragter“) fungieren, der künftig an die Fellwechsel GmbH eine Meldung abgibt, wenn eine Abholung der Tiere notwendig ist (möglichst mit einer Woche Vorlauf).

• Die Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. richtet ein Sammelstelle für mit Schrot oder balgschonenden Kaliber oder mittels Fallenfang erlegte Raubsäuger ein. Die Tierkörper können zu den gängigen Öffnungszeiten der LJV-Geschäftsstelle abgegeben werden.

Genauere Informationen zum Ablauf der Sammlung, Beschriften der Tiere u.ä. werden rechtzeitig im Vorfeld zur Wintersaison 2017/18 gegeben.

Ein Abgabeformular kann hier heruntergeladen werden.

Bitte zwei Abgabeformulare ausfüllen und in kleinen Kunststofftüten stecken: ein Formular außen an der Verpackung und ein Formular am Tierkörper befestigen (falls Beschriftung an der Verpackung beim Transport verloren geht).

Jägerinnen und Jäger oder andere interessierte Personen können das Vorhaben auch über einen Spendenbutton auf www.jagdverband.de fördern: „Unterstützen Sie uns“, Stichwort Fellwechsel.
 

Vorteile von Naturpelz. Quelle: DJV

Zeigen wir der Politik, dass wir es ernst meinen mit dem Artenschutz und einer nachhaltigen, sinnvollen Nutzung.

Herzlichen Dank im Voraus und Waidmannsheil !

Daher hat das DJV-Präsidium, Vertretung aller 15 Landesjagdverbände, entschieden, die Nutzung von Bälgen aus der Jagd aktiv zu fördern. Der Deutsche Jagdverband und der Landesjagdverband Baden-Württemberg haben gemeinsam die Fellwechsel GmbH gegründet, die am 14.11.2016 im Handelsregister in Berlin eingetragen wurde.

Damit ist der Grundstein für ein Pilotprojekt gelegt: Die Fellwechsel GmbH ist die Betreibergesellschaft einer Abbalgstation, die zum Jahresbeginn 2017 in Rastatt in Baden-Württemberg errichtet wird. Dort werden Füchse, Marderhunde, Waschbären, Stein- und Baummarder, Iltis, Mink, Nutria und Bisam im Kern angenommen, gestreift und entweder gegerbt, getrocknet oder als weiter verarbeitetes Produkt auf den Markt gebracht.
 

Attraktive Pelzprodukte aus nachhaltiger Jagd. Foto: DJV

 

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