Pressemeldung: Wildunfallzahlen weiterhin hoch (20.03.2017)

Mit 22.750 Wildunfällen in 2016 ist die Anzahl der Kollisionen mit Wildtieren in Rheinland-Pfalz weiterhin hoch. Im Vergleich zum Vorjahr (22.922 Wildunfälle in 2015) ist aber ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Der Landesjagdverband Rhein-land-Pfalz e.V. (LJV) warnt zudem vor erhöhter Wildunfallgefahr nach der Zeitum-stellung Ende März.

Kein Grund zur Entwarnung: Trotz eines Rückganges von 172 Wildunfällen ist die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren weiterhin hoch. Im Jahr 2015 stiegen die Wildunfallzahlen erstmals seit drei Jahren und beendeten den rückläufigen Trend. Mehr als 60 Prozent der Wildunfälle ereigneten sich in der Nordhälfte von Rheinland-Pfalz. Mehr als 10.000 Rehe fanden im Jagdjahr 2015/2016 durch den Straßenverkehr den Tod. Keine andere Wildart kommt so häufig unter die Räder.

Ein Hauptgrund für Wildunfälle ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. Auch deswegen fordert der LJV den Ausbau von Wildtierkorridoren und Querungshilfen.

Um Unfallschwerpunkte zu ermitteln und damit für ein Plus an Verkehrssicherheit zu sorgen, veröffentlichte der Deutsche Jagdverband im Herbst 2016 die kostenfreie Tier-fund-Kataster-App. Die App gibt es für Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS. Die Daten lassen sich innerhalb von wenigen Minuten erfassen. Der aktuelle Standort wird dabei von der App automatisch erfasst und relevante Daten wie Datum oder Wildart abgefragt. Zusätzlich lässt sich für die bessere Bestimmung der Wildart ein Foto hochladen. Eine Zwischenspeicherung der Daten auf dem Smartphone ist auch ohne Internetverbindung möglich. Wissenschaftler der Universität Kiel prüfen die Daten und werten sie aus.

Zeitumstellung birgt Wildunfallgefahr

Wenn am 26. März die Sommerzeit beginnt, steigt die Wildunfallgefahr. Der LJV ruft Autofahrer auf, in den Wochen nach der Zeitumstellung besonders in den Dämmerungsstunden vorausschauend zu fahren. Denn wenn die Nahrungsgewohnheiten der Wildtiere mit dem Berufsverkehr kollidieren, könnte es zu Wildunfällen kommen. In den Dämmerungsstunden machen sich die Tiere auf Nahrungssuche oder kehren in ihre Tageseinstände zurück. Nicht selten versuchen „Reh und Co.“ Straßen zu überqueren, um an das satte Grün zu kommen, das sie insbesondere in den kommenden Wochen für den Haar-wechsel und die anstehenden Geburten brauchen.

Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten Wildunfälle selbst vermeiden. Eine den Gegebenheiten angepasste Geschwindigkeit ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 80 statt mit 100 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter kürzeren Bremsweg. Stehen Wildtiere auf der Straße, sollten Autofahrer das Licht abblenden, hupen und bremsen – keinesfalls ein Ausweichmanöver starten, denn die Folgen könnten schwerwiegender sein.

Ist es zum Crash gekommen, gilt es, Ruhe zu bewahren, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu rufen. Ist das Wildtier noch am Leben, verständigen die Ordnungshüter den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei.

 Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall finden sie hier.

Hier können Sie die Pressemeldung als PDF herunterladen.
 

Mehr als 10.000 Rehe fanden den Tod auf rheinland-pfälzischen Straßen. Foto: LJV
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