Pressemeldung: Jungwild braucht Ruhe (03.03.2017)

Die Natur gleicht im Frühjahr einer großen Kinderstube. In Wald und Flur ist jetzt besondere Achtsamkeit geboten. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) bittet Erholungssuchende, auf den Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.
 

Der Lenz ist da und mit ihm erblickt vielerorts der heimische Wildtier-Nachwuchs das Licht der Welt. Frischlinge, junge Feldhasen und Co. benötigen nun Schutz und Ruhe. In der Aufzuchtzeit reagieren Elterntiere sensibel auf Störungen, im Extremfall verlassen sie ihren Nachwuchs oder stellen ihre Fütterungsaktivitäten ein. Fühlen sich Wildschweinmütter bedroht, greifen sie mitunter sogar an. Der LJV appelliert an alle Naturnutzer, sich rücksichtsvoll zu verhalten – und vor allem während der Morgen- und Abendstunden unbedingt auf den Wegen zu bleiben. Hunde sollten im direkten Einflussbereich des Menschen bleiben. „In jedem Hund steckt noch der Wolf. Wenn der Jagdinstinkt erst geweckt wird, sind auch die besten Manieren schnell vergessen”, sagt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. Auch die Jagd ruht derzeit größtenteils, um Störungen weitestgehend zu vermeiden.
 

Überlebensstrategie: Junghasen vertrauen voll auf ihre Tarnung. Foto: Anna Lena Kaufmann

Hände weg von vermeintlichen Waisen!

Umsicht ist auch im Umgang mit aufgefundenem Jungwild gefragt. Hier gilt: zügig und geräuschlos entfernen und das „Findelkind” keinesfalls anfassen, sondern an der jeweiligen Fundstelle belassen. Erst durch Menschengeruch werden gesunde Jungtiere zu hilflosen Waisen. In aller Regel halten sich die Elterntiere in der Nähe auf und kehren dorthin zurück, sobald sich der Mensch entfernt. Junghasen beispielsweise, die durch ihre Farbe gut getarnt sind und in den ersten Lebenstagen keine Witterung abgeben, werden zum Schutz vor Fressfeinden in der Sasse, einer Bodenmulde, abgelegt. Dort harren sie in typischer Hasenmanier mit angelegten Löffeln reglos aus. Die Häsin sucht ihren Nachwuchs nur zwei- bis dreimal täglich zum Säugen auf. Auch Rehe lassen ihren Nachwuchs zum Schutz die meiste Zeit des Tages allein. Finder sollten im Zweifelsfall einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand des Wildtieres genau einschätzen kann.

Hier können Sie die Pressemeldung als PDF herunterladen.
 

Wildschweinmütter haben immer ein wachsames Auge auf ihre Frischlinge. Foto: Anna Lena Kaufmann

 

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